Teil 3: Unterrichtsmaterial für die Hand der Kinder – Anforderungen an die innere Differenzierung

 

Von Beginn unserer Verlagstätigkeit, legen wir einen hohen Wert auf die Aspekte der Selbst- und Partnerkontrolle, auf motivierendes Material für die Hand der Kinder sowie das Lernen unter Nutzung mehrerer Sinne. In den Jahren ist ein reichhaltiges Angebot an Formen von Unterrichtsmaterial entstanden, was diesen Anforderungen gerecht wird. Die Kinder wickeln, puzzeln, schieben, wenden sich durch den Unterrichtsstoff. Erhalten je nach Lernhaltungsniveau und Konzentrationsfähigkeit zeitnah Impulse, die die Lernfreude und den Lerneifer stimulieren und somit zu einer positiven Lernhaltung an sich führen.

Maßgeblich hierfür ist neben dem Aspekt der integrierten Selbstkontrolle, eine konsequente Differenzierung nach Anforderungsstufen. Es geht darum auf seinem individuellen Level die Basis zu festigen und von dort aus in zumeist entdeckender Art und Weise, anspruchsvollere Lerninhalte oder auch mit anderen Instrumenten (Lernmaterial) die Lernanforderungen auf seinem individuellen Level zu begreifen.

Der Unterrichtsanteil an frontalen, zumeist wenig differenzierten Sequenzen nimmt ab, die frontale Lehrerhaltung wird zunehmend von der Funktion als Lernbegleiter – oder denglisch Lerncoach – abgelöst. Die Anforderungen an die Lehrkraft bezüglich der Gestaltung differenzierter und entdeckender Lernwelten, in denen sich die Kinder auf strukturierte Weise bewegen, nehmen zu. Unterrichtseinheiten sind vorab nach Lernniveaus zu strukturieren und geeignetes Material zum entdeckenden Selbstlernen zu erstellen. Hier ist von Vorteil, wenn das Unterrichtsmaterial selbst nicht immer wieder neu „kopiert“ werden muss, sondern in Form von laminierten Unterrichtsmaterial vorhanden ist. Darum haben wir von Beginn unserer Verlagstätigkeit unseren Fokus auf laminierfähiges und editierbares Unterrichtsmaterial gelegt. Hierdurch entsteht mit der Zeit eine Lernweltsammlung, die immer wieder genutzt und fehlende Unterlagen lediglich nachproduziert werden müssen. Das schont den Geldbeutel und die Umwelt. Die Lehrkraft gewinnt in den Lernwelten zunehmend freie Zeiträume, um sich einzelnen Kindern zu widmen. Zeit die sie für ihre Funktion als Lernbegleiter dringend benötigt, da Inklusion, offene Eingangsstufen etc. zunehmend dazu führen, das Lerngruppen immer heterogener sind.

Desweiteren kommt mit der Funktion als Lernbegleiter hinzu, dass man sich verstärkt mit Fragen der Diagnostik beschäftigt. Die neuen Anforderungen liegen in dem frühzeitigen Erkennen von vorhandenen Förder- und Forderbedarf, bis hin zu Aspekten der Prävention, um einzelne Kinder nicht durch permanente Über- oder Unterforderung als motivierte Lerner zu verlieren. Natürlich spielt auch die Frage der Früherkennung von eventuellen Lern- und Verhaltensauffälligkeiten eine zunehmend wichtige Rolle. Allerdings gilt hierbei höchste Vorsicht, nicht jede Verhaltensauffälligkeit ist Resultat eines ADS, Aspergers oder einer bipolaren Störung. Um diese Thematik haben wir uns ja bereits in Ansätzen gekümmert und werden dies in Zukunft sicherlich noch verstärkt tun müssen. Im Zentrum der Anforderungen an die Diagnostik in den unseren Lernwelten bzw. den Lernlandschaften geht es hingegen um den Aspekt der Feststellung auf welchem Niveau das einzelne Kind in die Lernlandschaft einsteigen und wie das Kind sich durch die Lernlandschaft zu bewegen hat. Das Grundprinzip hierzu haben wir ja bereits in Teil 2 näher erläutert.

Am Beispiel unserer Lernlandschaft Addition und Subtraktion im Hunderterraum wird nunmehr das Grundprinzip der Differenzierung näher erläutert.

Als übergreifendes Motto für die Lernlandschaft haben wir uns für das „Trainingscamp mit Außerirdischen“ entschieden. Vier extraterrestrische Sportler laden dazu ein die Addition und Subtraktion im Hunderterraum zu erlernen. Die vier Sportarten entsprechen dabei

  • Trainingscamp Tennisplatz; ZE plus minus E ohne Über- bzw. Unterschreitung des Zehners
  • Trainingscamp Fahrradrennen – ZE plus minus E mit Über- bzw. Unterschreitung des Zehners
  • Trainingscamp Fußballplatz – ZE plus minus Z
  • Trainingscamp Hantel – ZE plus minus ZE mit einfacher und doppelter Über- bzw. Unterschreitung des Zehners.

Jedes Trainingscamp ist desweiteren untergliedert in „einfache“ Aufgaben (ein Stern) und schwerere Aufgaben (2 Sterne). Bereits in der Basisversion der Lernlandschaft haben wir somit 8 Eingangsstufen. Aufgrund des Eingangstest wurde jedes Kind, entsprechend der Ausgangsleistung ein entsprechendes Trainingscamp zugeordnet. Mit Hilfe der Lernlandschaft können wir somit die einzelnen Kinder auf 8 Leistungsgruppen verteilen. Jedes Kind lernt auf seinem Niveau und alle bewegen sich durch die Lernlandschaft. Über- und Unterforderung werden dabei weitgehend verhindert.

Wichtig für unsere Lernwelten ist ein möglichst homogenes Spektrum von Aufgabentypen. Nach unserem Niekao Grundprinzip einer „Spiralität“ sollen sich Kinder nicht lange mit der Erfassung und Beherrschung von Aufgabentypen beschäftigen, sondern intensiv an der Lernhaltung und dem Lernfortschritt arbeiten. Insofern reduzieren wir in der Basisversion die Anzahl der Aufgabentypen. Für das Trainingscamp „Addition und Subtraktion im Hunderterraum“ haben wir uns für die folgenden Aufgabenformen entschieden:

  • Bandolino
  • Rechenschieber
  • Puzzle -Familienaufgaben
  • Zahlenmauern und
  • Puzzle

Jede Aufgabenform ist Bestandteil jedes einzelnen Trainingscamp und zwar sowohl für 1 Stern als auch für 2 Stern Anforderungen. Demnach gibt es in den vier Trainingscamps jeweils 5 Aufgabenformen a 2 Anforderungsstufen. Die gesamte Lernlandschaft untergliedert sich demnach in 40 Segmente. Ein Segment enthält dabei bis zu 20 Rechenaufgaben. Insgesamt enthält die gesamte Lernlandschaft über 600 Rechenaufgaben zur Addition und Subtraktion im Hunderterraum.

Zwei weitere Bausteine / Module runden das Unterrichtsmaterial „Lernen in der Landschaft“ ab. Zum einem die Vorlagen für individuelle Hausaufgaben. Zu jedem Trainingscamp finden die Kinder fünf Hausaufgabenstreifen, bestehend aus 15 Aufgaben bzw. in der Doppensternchenvariante bestehend aus 15 Platzhalteraufgaben vor. Diese werden zu Hause gelöst und sauber in das Rechenheft übertragen. Am Folgetag kontrollieren die Kinder ihre Lösungen mit den Lösungsblättern. Und zum anderen aus Zusatzmodulen, die sich jenen Kindern widmen, die entweder zu den „Überfliegern“ oder zu der Gruppe der etwas langsameren Lernen zu zählen sind. Diese Module sind nicht Bestandteil der Basislandschaft, sondern kleinere extra Angebote, die bei Bedarf zusätzlich in die Landschaft eingebaut werden können.

Im Teil 4 werden wir uns noch mal verstärkt mit der Rolle der Lehrkraft, den besonderen Herausforderungen und den praktischen Mehrwert dieser Unterrichtsmethodik widmen. Sicherlich wird dann auch noch genügend Platz für Tipps und Tricks sein.

Für Lernlandschaften haben wir im Shop eine eigene Kategorie angelegt – Hier geht es zu Kategorie Lernlandschaften

 

Ähnliche Artikel: